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Hannah Arendt "Zur Person" Full Interview (with English subtitles)

By Stack Altoids

Summary

Topics Covered

  • Philosophie steht der Politik feindlich gegenüber
  • Der Reichstagsbrand entfachte ihre Verantwortung
  • Intellektuelle gleichschalteten sich am schnellsten
  • Auschwitz zerbrach jede politische Reparatur
  • Öffentliches Handeln ist Wagnis ohne Netz

Full Transcript

[Musik]

Frau Hanna Arend sie sind die erste Frau die in dieser Reihe ptiert werden soll die erste Frau wenn auch freilich mit einer nach landläufiger Vorstellung höchstmännlichen Beschäftigung sie sind

Philosophin darf ich von dieser Vorbemerkung zu meiner ersten Frage kommen empfinden sie ihre Rolle im Kreise der Philosophen trotz der Anerkennung und des Respekts den man

ihnen zollt als eine Besonderheit oder berühren wir damit ein emanzipationsproblem das für sie nie existiert hat ja ich fürchte ich muss

erst einmal protestieren ich gehöre nicht in den krass der Philosophen mein Beruf wenn man davon überhaupt

sprechen kann ist politische Theorie ich fühle mich keineswegs als Philosophen ich bin auch nicht ich glaube nicht in den Kreis der

Philosophen aufgenommen wie sie freundlicherweise meinen aber wenn wir auf die andere Frage zu sprechen kommen die sie in der Vorbemerkung

Anschnitten sie sagen es ist langläufig eine männliche bes äftigung nun es braucht ja nicht eine männliche Beschäftigung zu bleiben es könnte ja

durchaus sein dass auch eine Frau einmal eine Philosophen sein ich halte sie für eine solche ja also dagegen kann ich nichts machen aber ich selber darf do auch eine

Meinung ern und meine Meinung ist dass ich keine Philosophen bin ich habe meiner Meinung nach der Philosophie doch endgültig valid gesagt ich habe Philosophie

studiert wie Sie wissen aber das besagt ja noch nicht dass ich dabei geblieben bin aber ich würde dennoch gerne ich bin sehr froh dass wir auf diesen Punkt gekommen sind ich würde dennoch gerne von Ihnen genauer wissen wo Sie den

Unterschied zwischen ihrer Arbeit als Professorin für politische Theorie und der Philosophie über politische Fragen wo sie diesen Unterschied genau sehen

wenn ich also an eine Reihe ihrer Werke denke etwa an die vitaaktiver dann möchte ich sie doch unter Philosophie rubrizieren dürfen solange Sie mir nicht warum ich sie sehr bitte den Unterschied

den Sie für sich ziehen genauer definieren sehen Sie der Unterschied liegt eigentlich in der Sache selbst die der Ausdruck politische Philosophie den

ich vermeide äh dieser Ausdruck ist außerordentlich vorbelastet durch die Tradition wenn ich über diese Dinge

spreche akademisch oder nicht akademisch so erwähne ich immer das ist zwischen Philosophie und Politik eine

Spannung gibt nämlich zwischen den Menschen insofen er ein philosophierendes und dem Menschen insofern er ein handelndes Wesen ist

eine Spannung gibt die ist in diesem Sinne sagen wir bei Naturphilosophie nicht gibt der Philosoph steht der Natur gegenüber eigentlich wie alle anderen

Menschen auch wenn er darüber denkt spricht er im Namen der ganzen men er steht nicht neutral der Politik gegenüber seid Plato nicht oh ja ich

verstehe was es gibt eine Reihe von einer Feindseligkeit gegen die Politik bei den allermeisten Philosophen ganz wenige

ausgenommen kannt es ausgenommen die für diesen ganzen Komplex außerordentlich wichtig ist weil es keine personalgeschichte ist es liegt im Wesen der Sache selber und sie wollen an dieser Feindseligkeit gegenüber der

Politik keinen Teil haben weil sie glauben dass es ihre Arbeit belasten würde ich will ein der feinseligkeit keinen Teil haben das heißt ich will

äh Politik sehen mit von der Philosophie gewissermaßen ungetrübten Augen ich verstehe noch einmal auf die emanzipationsfrage hat es dieses Problem

für sie gegeben ja also das Problem als solches gibt es natürlich immer und ich bin immer D ich bin eigentlich altmodisch gewesen ich war immer der

Meinung es gibt bestimmte Beschäftigungen die sich für Frauen nicht schicken die ihnen nicht stehen wenn ich einmal so sagen darf es sieht

nicht gut aus wenn eine Frau Befehle erteilt sie soll versuchen nicht in solche Positionen zu kommen wenn ihr daran lieg

weibliche Qualitäten zu behalten ob ich damit recht habe od den nicht weiß ich nicht ich selber habe mich irgendwie mehr oder minder unbewusst auch oder

sagen wir besser mehr oder minder bewusst danach gerichtet das Problem selber hat für mich persönlich keine Rolle gespielt sehen Sie ich habe einfach gemacht was

ich gerne machen wollte ich habe mir nie überlegt ob eine Frau das nur machen dass das gewöhnlich Männer machen und jetzt macht's nur Frau oder so es hat mich eigentlich persönlich nicht berührt

ich verstehe Ihre arbeiten wir werden auf Einzelheiten sicherlich noch kommen ist den wichtigen Teilen auf die Kenntnis gerichtet unter

denen die Bedingungen zu erkennen unter denen politisches Handeln und Verhalten zustande kommen wollen Sie mit diesen Arbeiten eine Wirkung auch in der Breite

erzielen oder glauben Sie dass eine solche Wirkung in der heutigen Zeit gar nicht mehr möglich ist oder ist Ihnen ein solcher breiten Effekt

nebensächlich wissen sie das ist wieder so eine Sache wenn ich äh ganz ehrlich sprechen soll äh dann wenn ich arbeite

bin ich an Wirkung nicht interessiert wenn die Arbeit fertig ist ja dann bin ich damit

fertig äh und äh ich was für mich wirklich wesentlich ist wie mir scheint ich möchte sagen all diese Dinge mit der

Einschränkung dass kein Mensch sich selbst kennt dass man sich nicht selber in die Karten gucken soll dass man eigentlich so etwas gar nicht machen

sollte was ich eben mit Ihnen ma also wenn wir no wenn wir das alles einmal unterstellen da möchte ich sagen was für

mich wesentlich ist ich muss verstehen zu diesem verstehen gehört bei mir auch das Schreiben das Schreiben ist noch mit in dem Verstehensprozess wenn sie schreiben

dient es ihrem eigenen weiteren erkennen ja weil jetzt bestimmte Dinge festgelegt sind nehmen wir an man hätte ein sehr gutes

Gedächtnis so dass man wirklich alles behält was man denkt ja ich zweifle sehr daran da ich meine Faulheit kenne dass

ich je irgendetwas notiert hätte aber da man das wenn Sie ein solches Gedächtnis hätten ja habe ich nicht nicht was das heißt worauf es mir

ankommt ist der Denkprozess selber nicht persönlich wenn ich das habe bin ich persönlich ganz zufrieden wenn es mir

dann gelingt im Schreiben adeäquat ist auszudrücken bin ich auch wieder zufrieden jetzt fragen Sie über die Wirkung es ist also wenn wir auf die

erste Frage zurückkommen und wenn ich ironisch reden darf ist ist eine männliche Frage Männer wollen immer furchtbar gern wirken

und ich sehe das gewissermaßen von außen ich selber wirk ich will stehen und wenn andere Menschen verstehen im selben

Sinne wie ich verstanden habe äh dann gibt mir das eine Befriedigung wie ein heimatsgefühl Ja ja noch einmal zum schreiben schreiben sie leicht

formulieren Sie leicht manchmal ja manchmal nein aber an für sich ich schreibe niemals bevor ich nicht sozusagen

abschreibe mhm aus dem schon vorgedachten abschrei was vorher schreibe ich nicht ich deshalb ich schreibe meistens nur eine Niederschrift und das geht dann

verhälnismäßig rasch weil es eigentlich nur davon abhängt wie rasch ich tippe mhm die Beschäftigung mit der politischen Theorie mit politischem Handeln und Verhalten steht also im

Mittelpunkt ihrer Arbeit heute unter diesen Umständen scheint mir besonders interessant was ich in einem Briefwechsel gefunden habe den sie mit dem israelischen Professor Scholem

gehabt haben darin haben sie geschrieben wenn ich zitieren darf dass sie sich in der Jugend weder für Geschichte noch für Politik interessierten sie sind Frau

Arend 1933 als Jüden aus Deutschland emigriert damals waren sie 26 Jahre alt hat ihre Beschäftigung mit der Politik das Aufhören des desinteressements an

Politik und Geschichte einen ursächlichen Zusammenhang mit diesen Vorgängen ja selbstverständlich ich meine dar über

ließe sich lange er reden 1933 war dieses desentessement nicht mehr möglich es war schon vorher nicht mehr möglich und hat auch vorher bei

ihnen schon aufgehört ja natürlich ich meine ich habe doch mit Spannung Zeitungen gelesen ich habe doch Meinung gehabt ich habe keiner

Partei ang gehört ich habe auch gar kein Bedürfnis danach gehabt ich war z.B seit

ungefähr 31 fest überzeugt dass die Nazis ans Ruder kommen würden und äh ihr habe doch in ständiger auch

Auseinandersetzung mit anderen Menschen über diese Probleme gestanden aber systematisch mich mit diesen Dingen befasst habe ich eigentlich erst in der

Immigration ich habe eine Zusatzfrage zu dem was sie eben gesagt haben ausgehen von der Überzeugung seit 1931 dass der Machtantritt der Nazis sich nicht

verhindern lassen würde hat es sie nicht gedrängt aktiv dagegen durch Eintritt in eine Partei etwas zu tun oder haben sie dieses nicht mehr für für sinnvoll gehalten na ich h es ich

persönlich hi es nicht für sinnvoll wenn ich es für sinnvoll gehalten hätte das ist alles sehr schwer nachträglich zu sagen hätte ich vielleicht etwas gemacht ich hielt das ver

hoffnungslos gibt es ein in ihrer Erinnerung ein exaktes Vorkommnis von dem an sie ihre Hinwendung zum politischen datieren könnten

ja wissen sie in gewissem Sinne kann ich sagen am 27 februar 1933 Reichstagsbrand und die darauf in derselben Nacht derfolgenden

illegalen Verhaftung die sogenannten schutzhaffen danach sie wissen die Leute kamen in gestab Keller oder in konstruktionsleger was dann losging war

ungeheuerlich und ist heute von den äteren Dingen oft überblendet worden dies war für mich ein

unmittelbarer Schock und von dem Moment an habe ich mich verantwortlich gefühlt das heißt ich war nicht mehr der Meinung dass man jetzt einfach zusehen kann ich

habe versucht zu helfen in manchen Dingen aber das was mich dann unmittelbar wenn ich das erzählen darf ich habe es niemals erzählt weil es ja auch ganz

belanglos ist bitte was mich dann unmittelbar aus Deutschland ich war ich hatte sowieso die Absicht zu emigrieren

ich war sofort der Meinung Juden können nicht bleiben ich hatte nicht die Absicht sozusagen in Deutschland als Staatsbürger zweiter Klasse rumzulaufen

in welcher Form auch immer ich war außerdem der Meinung dass die Sachen immer schlimmer werden würden trotzdem bin ich schließlich nicht auf

friedlicherweise abgezogen und muss sagen ich hatte eine gewisse Befriedigung ich wurde verhaftet musste illegal das Land verlassen ich erzähle es ihnen gleich ich hatte sofort eine

Befriedigung darüber ich dachte wenigstens habe ich was gemacht wenigstens bin ich nicht unschuldig das soll mir keiner nachsagen nun die

Gelegenheit dazu gab mir damals äh die zionistische Organisation ich war mit einigen der führenden Leute damals vor allen Dingen dem damaligen

Präsidenten Kurt Blumenfeld sehr eng befreundet aber ich war keine Zionisten man hat auch nicht versucht mich dazu zu machen immerhin war ich

natürlich in gewissem Sinne davon beeinflusst nämlich in der Kritik in der Selbstkritik die die

Zionisten im jüdischen Volke entfaltet haben davon war ich beeinflusst davon war ich be ck aber politisch hatte ich nichts damit zu tun nun 33 trat

Blumenfeld und ein anderer den sie nicht kennen an mich heran und sagten zu mir

wir wollen eine Sammlung anlegen aller antisemitischen Äußerungen auf unterer Ebene also sagen wir mal

lehrervereine alle Arten von berufsvereinen alle möglichen fachzeitch dasjenige was im Ausland nicht bekannt

wird diese Samlung zu veranstalten das viel damals unter grulpraganda wie man es nannte das konnte kein Mensch machen der bei den

Zionisten organisiert war weil wenn er hochging die Organisation hochging ist do klar willst du es machen ich natürlich war sehr

zufrieden erstens sch mir das sehr vernünftig und weens hatte ich das Gefühl man kann doch irgendwas tun sie sind im Zusammenhang mit dieser Arbeit verhaftet ja da bin ich hochgegangen

habe sehr großes Glück gehabt bin nach 8 Tagen glaube ich rausgekommen weil der Kriminalbeamte der mich verhaftete mit dem freundete ich mich an und das war

ein reizender Kerl der war ursprünglich von der Kriminalpolizei in die politische Abteilung er avanciert der hatte keine Ahnung was sollte er da

sagte mir immer na gewöhnlich habe ich doch da jemanden vor mir sitzen da sehe ich bloß nach dann weiß ich schon was das ist was tue ich mit ihnen sowas habe

ich doch na ja also und dies war in Berlin das war in Berlin ich habe den Mann leider belügen müssen denn ich durfte ja die Organisation nicht hochgehen lassen habe ihm fantastische

Geschichten erzählt und er sagte immer ich habe sie ja reingebracht ich kriege sie auch wieder raus nehmen Sie keinen Anwalt die Juden haben doch jetzt kein

Geld fen sie ihr Geld inzwischen hatte die Organisation für mich einen Anwalt besorgt natürlich wieder durch Mittel gleder und diesen Anwalt schickte ich

weg weil ich mich auf diesen Mann der mich verftet hatte so ein offenes anständiges Gesicht ich verließ mich und dachte das ist meine viel bessere Chance

als irgendein Anwalt der ja doch bloß Angst hat sie kamen raus und konnten Deutschland verlassen natürlich ich kam raus musste aber illegal weil die Sache natürlich weiterging mhm und

musste dann illegal über die grüne Grenze und so in dem schon erwähnten Briefwechsel Frau Arend haben sie eine Art Mahnung

scholems sie möchten selbst sich doch bitte als Angehörige des jüdischen Volkes STS betrachten mit einer klaren Feststellung zurückgewiesen nämlich ich

zitiere wieder Jude sein gehört für mich zu den unbezweifelbaren Gegebenheiten meines Lebens und ich habe an solchen faktizitäten niemals etwas ändern wollen nicht einmal in der Kindheit das heißt

sie haben also ganz klar festgestellt dass es für sie darüber nie etwas zu fragen gab und auch keine mahnungbedarf dazu hätte ich gerne

einige Fragen gestellt sie sind 1906 in Hannover als Tochter eines Ingenieurs geboren und in Königsberg aufgewachsen können Sie mir aus ihrer Erinnerung

erzählen was es seiner Zeit für ein Kind in Deutschland bedeutet hat aus einer jüdischen Familie zu stammen sehen Sie in dieser Allgemeinheit

könnte ich die Frage nicht wahrheitsgemäß beantworten wenn ich sie auf mich persönlich zuschneide also jetzt müssen Sie mir sagen was wollen sie die algemeine oder die persönliche

zunächst einmal wenn Sie erlauben ihre persönliche Erinnerung seh sie die erste Sache äh die ich habe von Hause aus nicht gewusst dass ich Jüden bin meine Mutter

war gänzlich AR religiös ihr Vater ist früh gestorben mein Vater ist früh gestorben es klingt alles sehr komisch mein Großvater war Präsident der Liberalen Gemeinde und

stadtverordter von Königsberg ich komme aus einer alten Königsberger Familie und trotzdem das Worte ist bei uns nie gefallen als ich ein Kind war ein kleines Kind war und es wurde mir zum

ersten Mal entgegengebracht durch ihr antisemitische Bemerkung es lohnt sich nicht zu erzählen von Kindern auf der Straße nicht

daraufin wurde ich also sozusagen aufg klärt mhm also in diesem Sinne war das für sie ein Schock hatten Sie das Gefühl jetzt bin ich etwas Besonderes ja sehen

Sie das eine andere Sache ein Schock war es für mich gar nicht ich dachte na ja also so ist es nicht mhm habe ich das Gefühl gehabt dass ich

etwas Besonderes bin ja und das kann ich Ihnen heute nicht mehr auseinanderküsten welche Vorstellung

ich bin der Meinung Objektiv dass das mit dem jüdisch sein zusammenhängt ich wusste z.B als Kind ein etwas älteres Kind

z.B als Kind ein etwas älteres Kind jetzt äh dass ich jüdisch aussehe das heißt dass ich anders ausseh als die anderen

das war mir sehr bewusst aber nicht in der Form einer Minderwertigkeit mhm sondern das war eben so und

dann meine Mutter mein Elternhaus also sozusagen war ein bisschen anders als es gewöhnlich ist es war so viel Besonderes

daran auch gegenüber äh den anderen jüdischen Kindern oder den Kindern aus der Familie ja sogar ja in das sehr schwer festzustellen war wo

war nun das Besondere für ein Kind ja ich ver aber das das irgendeine Rolle gespielt hat keine Frage äh ich würde gerne das was Sie das Besondere ihres Elternhauses

vor allem also wohl dann ihrer Mutter genannt haben etwas erläutert bekommen wenn sie sagen dass für ihre Mutter es nie eine Notwendigkeit gegeben hatte bis

ihnen das auf der Straße zustieß Sie über diese Volkszugehörigkeit aufzuklären bedeutet das dass die bewustheit Jude zu sein die sie für sich

in dem Brief an Scholem reklamieren ihrer Mutter verloren gegangen war für sie gar keine Rolle mehr spielte war hier eine Assimilation

geglückt oder gab sich ihre Mutter der Täuschung hin dass sie geglückt sei meine Mutter war theoretisch nicht sehr veranlagt äh dass sie da

äh irgendwelche speziellen Vorstellungen gehabt hat glaube ich nicht äh sie selber kommt aus dem aus der sozialdemokratischen Bewegung aus dem

Kreis um die sozialistischen monatshäfte mein Vater vor allen Dingen meine Mutter ja und die Frage hat keine Rolle für sie gespielt sie war selbstverständlich

hüden sie würde mich nie getauft haben ich nehme an sie würde mich rechts und links geurfigt haben wäre sie je dahinter gekommen dass ich etwa verleugnet hätte Jüden zu sagen kam

nicht auf die Platte sozusagen kam gar nicht in Frage die Frage selber hat natürlich in den 20er Jahren in denen ich jung war eine viel größere Rolle

gespielt als von meine Mutter und für meine Mutter später als ich erwachsen war auch eine viel größere Rolle als vorher in ihrem Leben das liicht aber an

den äußeren Umständen ich z.B glaube nicht dass ich mich je als

z.B glaube nicht dass ich mich je als Deutsche im Sinne der Volkszugehörigkeit nicht der Staatszugehörigkeit wenn ich mal den untersched betrachtet habe und

ich besinne mich darauf dass ich so um das Jahre 30 herum darüber bereits erbitterte

Diskussion z.B mit Jasper hat sagte

Diskussion z.B mit Jasper hat sagte natürlich sind sie Deutsch sieht man do ich bin kein und das hat aber für mich keine Rolle gespielt ich habe das nicht

etwa als Minderwertigkeit empfunden das gerade war nicht der Fall und das wenn ich noch einmal darauf zurückkommen darf auf das Besondere des

Elternhauses sehen sie ist ist viel der Antisemitismus ist allen jüdischen Kindern begegnet und er hat die Seelen

vieler Kinder vergiftet äh der Unterschied bei uns war äh dass meine Mutter

immer auf dem Standpunkt stand man darf sich nicht ducken man muss sich wehren wenn also sagen wir mal von den

Lehrern antisemitische Bemerkungen gemacht wurden meistens gar nicht mit Bezug auf mich so Bezug auf andere jüdische Schülerinnen z.B ostjüdische

Schülerinnen nicht dann war ich angewiesen von zu Hause sofort aufzustehen die Klasse zu verlassen nach Hause zu kommen alles genau zu Protokoll

zu geben dann schrieb meine Mutter einen ihrer vielen eingeschriebenen Briefe und die Sache war für mich natürlich völlig erledigt ich hat ein tagschulfreag und

war doch ganz schön wenn es von Kindern kam habe ich es zu Hause nicht erzählen dürfen das galt nicht was von Kindern kommt dagegen whrt man sich selber

und so sind diese Sachen für mich nie zum Problem geworden es gab verhaltungsmaßregeln in denen ich

sozusagen meine Würde behielt und geschützt war absolut geschützt zu Hause sie haben in Marburg Heidelberg

und Freiburg studiert bei den Professoren Heider und Jaspers im Hauptfach Philosophie und daneben Theologie und Griechisch wie ist es zu

dieser Studienwahl gekommen ja wissen sie das habe ich mir auch oft überlegt ich kann dazu nur sagen Philosophie

stand fest seit meinem 14 Lebensjahr warum ja ich hat Kant gelesen dann können Sie fragen warum haben sie Kant

gelesen und für mich war es eine Frage irgendwie entweder kann ich Philosophie zu studieren oder ich gehe ins Wasser

sozusagen aber nicht weil ich das Leben nicht liebte sonder ich sagte vorhin dieses verstehen müssen ja das Bedürfnis zu

verstehenehen das war sehr früh schon da und das liegte sich dann auch sehr früh schon sehen Sie die Bücher gab es alle zu Hause die zog aus der BI hab sie

auserkannt lektüreerlebnisse an die sie sich besonders erinnern erstens jaspes Psychologie der weltanschauen erschien glaube ich 1920

da war ich 14 14 13 14 20 21 ja daraufhin lass ich kirkegart und das hat sich dann gekoppelt mit der

PH ja das hat sich dann so gekoppelt dass das beides für mich Zusam gehörte ich hatte dann nur bedenken wie man das denn nur macht wenn man Jüden ist nicht

und wie das voricht geht ich hatte doch keine Ahnung nicht und da hatte ich schwere Sorgen die sich dann ohne weiteres beheben ließen

griechisch ist eine andere Sache ich habe immer sehr griechische Poesie geliebt und Dichtung hat in meinem Leben eine große Rolle gespielt und dann nahm ich griechisch dazu weil das am

bequemsten war das lass ich so sowieso nicht oh ja Respekt nein ja doch nein ihre

intellektuelle Begabung Frau Arend so früh erprobt sind sie von ihr als Schülerin und junge Studentin auf eine vielleicht schmerzliche Weise

gelegentlich vom Normalverhalten ihrer Umgebung getrennt worden ja wissen sie das hätte so sein müssen wenn ich es gewusst hätte ich war der Meinung so

sind alle nicht wann ist ihn dieser Irrtum bewusst geworden ziemlich spät ich will es nicht sagen es wird ich schäme mich ich war

unbeschreiblich naiv das lag zum Teil an der häuslichen Erziehung nicht es wurde nie darüber gesprochen es wurde nie über Zensuren gesprochen nicht ist das galt

als minderwertig jeder Ehrgeiz galt als minderwärtig zu Hause und na jedenfalls war mir die Sache nicht bewusst sie war

mir wohl bewusst manches Mal als eine Art von Fremdheit unter den Menschen eine Fremdheit von der sie glaubten sie gehe von ihnen aus ja ja

ausschließ hat aber nichts mit Begabung zu tun habe ich nie mit der Begabung gekoppelt resultierte daraus gelegentlich sagen wir z.B in jungen Jahren eine Art

Verachtung für die anderen ja das kam vor das war war schon sehr früh da mhm das konnte schon sehr früh sein und

äh unter solcher Verachtung habe ich schon manches Mal gelitten nämlich dass man das eigentlich nicht soll und dass man das eigentlich nicht darf und so weiter

mhm als sie 1933 Deutschland verlassen haben sind sie nach Paris gegangen wo sie in einer Organisation arbeiteten die jüdische Jugendliche in Palästina unterzubringen versuchte können Sie mir

darüber etwas erzählen ja wissen Sie ich will Ihnen darüber das würde mich zu weit fürensweinen noch mal ich will ihnen

sagen was es war es war die jugendaliia eine Organisation die in Deutschland auf Veranlassung von Recher

freier äh gegründet worden war und zwar schon 32 und dann 33 natürlich ganz groß wurde und dann von Henr sou in Amerika

geführt wurde organisatorisch Recher freier in Deutschland Henri S in dann in Palästina diese Organisation brachte

jüdische Jugendliche und auch Kinder aber bei Kindern damit habe ich nichts zu tun gehabt zwischen 13 und 17 nach Palästina damit sie Ostdeutschland um

sie und hat sie dort in den kibuzim untergebracht daher kenne ich diese Siedlung eigentlich verhältnismäßig gut und sehr frühen Zeit aus einer sehr

frühen Zeit und habe damals einen sehr großen Respekt davor gehabt wie diese Sache vor sich ging die Kinder empfingen eine Berufsausbildung und Schulausbildung nun

in Frankreich lag die Sache so dass die Flüchtlingskinder wenn sie 14 Jahre alt waren kein und die Schule beendet keine Arbeits und keine

berufsausbildungserlaubnis bekam und folgedessen wurden Zertifikate nach Fr Reich abgezweigt für Flüchtlingskinder und ich habe hier und da polnische Kinder

untergeschmuggelt weil das natürlich auf eine Bevorzugung der in Deutschland aus Deutschland stammten herauslief und das habe ich mit sehr

große ist Vergnügen gemacht es war eine reguläre Sozialarbeit Erziehungsarbeit man hatte große Lager auf dem Lande wo die Kinder

vorbereitet wurden sie mussten wo sie auch Stunden hatten wo sie Landarbeit lernten wo sie vor allen Dingen zunehmen mussten man musste sich von Kopf bis Fuß anziehen man musste für

sie kochen man musste eigentlich auch ich muss man musste vor allen Dingen für Sie Papiere beschaffen man musste mit den Eltern verhandeln man musste mit den

es war eine und man musste sich vor allen Dingen auch Geld besorgen das blieb mir auch noch weitgehend überlassen ich habe mit französen französischen Frauen zusammen arbeit

also das war ungefähr die Tätigkeit nun aber der Entschluss überhaupt aus der Tätigkeit vorher wollen sie oder nicht

bitte se ich kam aus einer rein akademischen Tätigkeit und in der Hinsicht hat das Jahr 33 bei mir einen sehr nachhaltigen

Eindruck gemacht und zwar erstens positiv und zweitens negativ ich möchte sagen negativ und zweitens positiv man

denkt heute oft dass der Schock der deutschen Juden 33 aus

dar sich damit erklärt dass Hitler die Macht ergriff nun was mich und Menschen meiner Generation betrifft kann ich sagen dass es eine kuriose

missverständnises das war natürlich sehr schlimm es war Po es war nicht persönlich dass die Nazis unsere Feinde sind mein Gott wir brauchten doch bitte

schön nicht Hitlers Machtergreifung um das zu wissen das war doch seit mindestens vier Jahren jedem Menschen der nicht schwachsinnig war völlig

evident dass ein großer Teil des deutschen Volkes dahinter stand ja das wussten wir ja auch davon konnten wir doch nicht 33 schockartig überrascht

sein der Schock lag im Jahr 3 darin dass es vom allgemein politischen ins persönliche gewendet W nein nicht mal erst das auch erstens wurde das

allgemeinpitische ja eine persönliche Schicksal Sofer man herausging nicht ja zweitens aber wissen Sie ja was Gleichschaltung ist und das ist dass die

Freunde sich gleichschalten ja es hat doch niemal das Problem das persönliche Problem war doch nicht etwa was unsere Feinde taten was

unsere Freunde tat nun gut ich was damals in der Welle von gleichschaltungen die ja ziemlich freiwillig war jedenfalls noch nicht

unter dem Druck des Terrors vor allen Dingen aber in dem plötzlichen verlassen es war als ob sich ein leerrer Raum um einen bildete nun ich lebte in einem

intellektuellen milie und ich kannte aber auch andere Menschen und ich konnte feststellen das unter Intellektuellen

das sozusagen die Regel war und unter den anderen nicht und die Geschichte habe ich nie vergessen und ein mit einer Sache ging

ich raus aus Deutschland wie ich damals dachte natürlich immer etwas übertreiben nie wieder nicht ich

rühre nie wieder irgendeine intellektuelle Geschichte ich will mit dieser Gesellschaft nichts zu tun haben ich war ja natürlich nicht der Meinung

dass also nun deutsche Juden oder deutschjüdische intellektuelle wenn Sie in einer anderen Situation gewesen wären als in der sie waren sich wesentlich anders verhalten hät der Meinung war ich

nicht ich war der Meinung das hängt mit diesem Beruf zusammen ich spreche in der Vergangenheit ich weiß heute mehr darüber als damals ich wollte Sie fragen

glauben sie das noch ja wissen sie nicht mehr in dieser Schärfe

aber das ist im Wesen dieser ganzen Sachen liegt dass man sich sozusagen zu jeder Sache etwas einfallen

lassen kann die Leute sind doch sehen sie dass jemand sich gleichschaltete weil er für Frau und Kind zu sorgen hat das hat ihm nie ein Mensch übergenommen das schlimme war doch dass sie dann

wirklich daran glaubt für kurze Zeit manche für sehr kurze Zeit das heißt zu Hitler fiel ihn was ein und

zum Teil ungeheuer interessante Dinge ganz fantastisch interessante und komplizierte und hoch über dem

gewöhnlichen Niveau schwebende Dinge das habe ich als grotesk empfunden das heißt diese sie gingen ihren eigenen Einfällen

in die Falle würde ich heute sagen nicht das ist das was passiert ist das habe ich damals nicht zu übersehen und deswegen lag ein besonderer Wert wenn

ich sie recht verstehe für Sie darin aus diesen Kreisen von denen sie damals ganz absolut Abschied nehmen wollten ganz radikal aus diesen Kreisen aus der akademischen Arbeit in eine praktische

Sozialarbeit zu kommen ja jetzt die positive Seite ist folgendes ich habe damals immer wieder gesagt einen Satz auf besinne ich mich

wenn man als Juda angegriffen ist muss man sich als Jude verteidigen nicht als Deutscher oder als Bürger der Welt oder der Menschenrecht oder so

sondern ganz konkret wie kann ich was kann ich machen zweitens wenn ich will also auf jeden

Fall jetzt will ich mich an der Tat organisieren zum ersten Mal und organisieren natürlich bei den zisten es waren ja die einzelnen die bereit

waren ich meine bei den assimilanten das W gar keinen Sinn ich habe damit übrigens wirklich nie etwas zu tun mit der Judenfrage selber habe ich mich vorher beschäftigt die Reil waren

haaggen war fertig als ich Deutschland verließ und da spielt das judenproem R Forschungsarbeit im Auftrag der Hilfsgemeinschaft die Notgemeinschaft hat mir damals ja ich habe das

Stipendium von der Notgemeinschaft gehabt dies übliche Stipendium und aber das habe ich damals auch im Sinne

ich will verstehen es waren nicht meine persönlichen judenprobleme die ich da erörterte aber jetzt war es mein eigenes Problem und mein eigenes Problem war politisch rein politisch ich wollte in

die praktische Arbeit und ich wollte nur in die jüdische Arbeit mhm und in diesem Sinne habe ich mich dann in Frankreich orientiert nicht bis zum

Jahre 1940 ja Sie sind im zweiten Weltkrieg dann in die Vereinigten Staaten von Amerika gelangt wo sie heute als Professorin für politische Theorie

nicht Philosophie dank politische Theorie in Chicago arbeiten in New York wohnen ihr Mann den sie 1940 geheiratet haben ist ebenfalls

als Philosophieprofessor in Amerika tätig nun ist die akademische Provinz der sie inzwischen wieder angehören nach der Enttäuschung aus dem Jahre 1933

international dennoch möchte ich Sie fragen ob ihnen das Europa der vorhitlerzeit dass es nie wiedergeben wird fehlt wenn sie in Amerika sind oder wenn sie nach Europa kommen was ist

geblieben und was ist unrettbar verloren das Europa der vorhitler Zeit ich habe keine

Sehnsucht das kann ich nicht sagen was ist geblieben geblieben ist die Sprache mm und das bedeutet viel für sie sehr

viel und ich habe immer bewusst abgelehnt die Muttersprache zu verlieren ich habe immer eine gewisse Distanz

behalten sowohl zum französischen dass ich damals sehr gut Spar wie zum englischen dass ich ja heute schreibe das wollte ich fragen Sie schreiben heute in Englisch ich schreibe in Englisch

aber ich habe die Distanz nicht sehen sie ist ein ungeheurer Unterschied zwischen Muttersprache und allen anderen Sprachen bei mir kann ich das furchtbar

einfach sagen im deutschen kenne ich eine ziemlich großen Teil deutscher Gedichte auswendig die sind die bewegen

sich da immer irgendwie im hinter in the back of my mind nicht also äh das ist natürlich nie wieder zu

erreichen im deutschen erlaube ich mir Dinge die ich mir im Englischen nicht erlauben wollde mir jetzt manchmal auch schon erlaube weil ich halt frech geworden bin aber ne im allgemein habe

ich die deutsche Sprache ist das Wesentliche was geblieben ist und was auch bewusst immer gehalten habe das es

gibtute wend der bittersten Zeit immer ich habe mir gedacht also was was soll man machen nicht also es ist ja nicht die deutsche Sprache die verrückt geworden

ist also und zweitens es gibt keinen Ersatz für die Muttersprache man kann die Muttersprache vergessen das ist wahr ich habe es

gesehen was dann entsteht ist dass die Leute sprechen die fremde Sprache besser als ich ich spreche immer noch mit einem

sehr starken Akzent und ich spreche oft nicht wie man bei uns sagt idiomatisch ja das können die alle es wird eine

Sprache wo ein Klischee das andere jagt weil nämlich die eigentliche Produktivität die man der eigenen Sprache hat abgeschnitten ist indem man

diese Sprache vergaß mhm wenn sie von Fällen gesprochen haben die sie getroffen haben wo die Muttersprache vergessen wurde war dieses nach ihrem Eindruck die Folge einer

Verdrängung ja sehr oft ich habe es ich habe das gesehen bei Leuten schockartig nämlich wissen sie das Entscheidende ist ja nicht 33 jedenfalls für mich nicht

das Entscheidende ist der Tag gewesen an dem wir von Auschwitz er fuhr wann war das das war 43 und erst haben wir es nicht geglaubt

obwohl mein Mann und ich eigentlich immer sagten wir trauen der Bander alles zu dies haben wir nicht geglaubt auch weil es ja gegen alle

militärischen Notwendigkeiten und Bedürfnisse war mein man ist ehemaliger Militärhistoriker versteht etwas von den Dingen hat gesagt lass s keine Geschichten einreden das können sie

nicht mehr nicht W ja dann haben wir es ein halbes Jahr später doch geglaubt weil es uns bewiesen wurde und

das ist der eigentliche Schock gewesen wissen sie vorher hat man sich gesagt ja man hat halt Feinde in der Welt nicht ist doch ganz natürlich warum soll ein

Volk keine Feinde haben das ist eine Bande ja alles möglich aber dies ist anders gewesen das war wirklich als ob der der Abgrund sich öffn weil man

irgendwie die Vorstellung gehabt hat alles andere hätte gut irgendwie noch gut gemacht werden können wie in der Politik ja alles irgendwie einmal wieder

gut gemacht werden können muss dies nicht dies hätte

nie geschehen dürfen wie ich immer sage nicht und damit meine ich nicht die Zahl der Opfer s ich meine die Fabrikation der Leichen und so weiter sie ich

brauche mich ja darauf nicht weiter einzulassen dieses hätte nicht geschehen dürfen da ist irgendetwas passiert womit wir

alle nicht mehr fertig werden und mit allen anderen Sachen muss ich sagen die da passiert sind das war manchmal ein bisschen schwierig und man

war sehr arm und man war verfolgt man musste fliehen und man musste sich durchschwindeln und was immer nicht wie das halt so ist ich wir waren jung mir

hat sogar noch ein bisschen Spaß gemacht das kann ich gar nicht anders sagen dies nicht dies war etwas ganz Andes mit allem anderen könnte man auch persönlich

fertig werden ich würde gerne von Ihnen hören Frau Arend auf welche Weise wenn ihr Teil über das

Nachkriegsdeutschland das sie oft besucht haben und ind dem ihre wichtigsten Werke erschienen sind sich gewandelt hat von 1945 bis heute ich bin

zum erst mal wieder nach Deutschland 1949 gekommen damals im auftragt einer jüdischen Organisation für die Rettung

jüdischen Kulturguts Bücher im wesentlichen eine Organisation die ich damals leitete also was man sagt

executive Direktor ist ja egal ich kam mit sehr gutem Willen Shen sie meine Überlegung seit 45 war die

folgende was immer 33 geschehen ist ist eigentlich angesichts dessen was dann

geschah unerheblich gewiss die Treulosigkeit der Freunde wenn man ist mal so böse sagen darf die sie persönlich erfahren haben

natürlich die ja wissen Sie wenn ein wirklich Nazi wurde und dann darüber schrieb nicht na

das nicht war da brauchte er sich ja mir gegen ich habe sowieso mit ihm nicht mehr gesprochen brauchte sich ja bei mir nicht mehr zu melden der war ja abgemeldet nicht das doch klar nun aber

das waren ja alles keine Mörder nicht das waren ja nur Leute wie ich heute sagen würde die in ihre eigenen Fallen gegangen waren dies

hatten sie ja auch nicht gewollt infolgeessen schien mir dass gerade in diesem Abgrund sich eine

Basis gebt ist eine Basis geben sollte und das ist auch in vielen persönlichen Dingen durchaus der Fall gewesen ich habe mich mit Leuten auseinandergesetzt ich bin nicht sehr freundlich ich bin

auch nicht sehr höflich ich sage meine Meinung und so weiter aber irgendwie haben sich die Dinge wieder in aordnung gezogen mit einer Reihe von Leuten wie gesagt das sind ja alles nur Leute die

gelegentlich äh ein paar Monate oder schlimmstenfalls ein paar Jahre irgendwas gemacht haben weder Mörder noch Denunzianten od wie gesagt nicht

Leute denen was eingefallen war aber dann äh natürlich das größte Erlebnis wenn man nach Deutschland zurückkommt

abgesehen von dem Wiedererkennens Erlebnis äh das ja in der griechischen Tragödie immer der Drehpunkt der Handlung ist nicht die

anagnosis ja äh das konnte man da wirklich einmal erleben was das eigentlich ist nicht das ist eine große Erschütterung äh zweitens das auf der Straße deutsch

gesprochen wurde hat mich unbeschreiblich gefreut ja äh mit dieser Vorstellung kam sie 49 so

ungefähr kam ich nicht und äh heute wo ja die Dinge wieder alle sich fest also in ein festes Gleis sagen

wir einmal gekommen sind das sind die Abstände eher größer geworden als sie vorher waren als sie damals waren in dieser

Erschütterung weil sie die Verhältnisse die Dinge hier zuande für Ihr Gefühl zu schnell wieder in ein festes Gleis geraten

sind ja und auch manchmal natürlich in ein Gleis dass ich nicht bejah wobei ich mich aber nicht verantwortlich fühl s ich sehe es von

außen nicht ja und das heißt ich bin heute viel weniger beteiligt als ich damals noch war das

kann ja auch an der Zeit liegen hören sie 15 Jahre ist ja auch kein Pappenstil natürlich nicht wah aber sie würden sagen wenn man

es soweit das überhaupt geht in einem Ausdruck zusammenfassen will stärker geworden Gleichgültigkeit ja

Distanzierung gleichgültigkeit ist zu viel aber Distanzierung ist war in diesem Herbst Frau Arend ist in

der Bundesrepublik ihr Buch über den eichmannprozess in Jerusalem erschienen und diese Arbeit ist seit ihrem Erscheinen in Amerika sehr sehr heftig diskutiert worden und besonders von

jüdischer Seite sind einwendee gegen dieses Buch von gemacht worden von denen sie sagen dass sie zu einem Teil auf Missverständnisse zu einem anderen auf

eine ganz gesteuerte politische Kampagne zurückzuführen sind ansto hat vor allem die von ihnen behandelte Frage erregt wie weit den Juden Ihr passives erdulden

des deutschen mordfeldzuges angelastet werden müsse oder was der wichtigere Teil in ihrem Buch ist wie weit jedenfalls die

Kollaboration bestimmt jüdischer ältestenräte zu einer Art Mitschuld fast geworden ist wie dem auch sei für ein Portrait Hanna Arens ergeben sich so

scheint mir aus diesem eichmannbuch mehrere Fragen darf ich damit beginnen schmerzt sie der Vorwurf dass dieses ihr Buch der Vorwurf

von jüdischer Seite dass dieses ihr Buch der Liebe zum jüdischen Volk entbehre ja also erst einmal darf ich z selber alle Freundlichkeit feststellen dass sie

natürlich auch schon ein Objekt dieser Kampagne ich habe geworden sind ich habe nirgends in dem Buche dem jüdischen

Volke dass sich das nicht widerstehen vorgeworfen ich habe das hat ein anderer Mensch getan das ist nämlich her Hausner von der israelischen

Staatsanwaltschaft und ich habe die in dieser Richtung von ihm ergehenden Fragen an die Zeugen Jerusalem töricht und grausam genannt ich habe das Buch

gelesen ich weiß dieses nur richten sich ein Teil der Vorwürfe die man ihnen gemacht hat auf am Ton in dem manches geschrieben ist nun ja das eine andere

Sache dagegen kann ich nicht sagen und darüber will ich nicht sagen wenn man der Meinung ist dass man über diese Dinge nur schreiben kann wie soll ich

sagen pathetisch und indem man ja wenn oder sagen wir mal anders ich will gar nicht aggressiv werden werden sie aggressiv

nein wozu sehen Sie wenn man es gibt le die Leute nehmen mir eine Sache überel und das kann ich gewissermaßen Verstehen von außen nämlich dass ich da noch

lachen kann nichtm und ich war wirklich der Meinung dass der Eichmann ein Hans Wurst ist und ich sage ihn ich habe dies

Polizeiverhör 3600 Seiten gelesen und sehr genau gelesen und ich weiß nicht wie oft ich gelacht habe aber laut nun

diese Reaktion nehmen mir die Leute üben dagegen kann ich nichts machen ich weiß aber eine

Sache ich würde wahrscheinlich noch 3 Minuten vor dem sicheren Tode lachen und

äh das sagen sie sei der Ton nicht der Ton ist da ist weitgehend ironisch

natürlich und das ist vollkommen wahr das ist genau der Ton ist in diesem Fall wirklich der Mensch wenn man mir also ich meine diese Geschichte dass ich das

jüdische Volk angeklagt hätte das ist eine böswillige Propagandalüge und nichts weiter der Ton aber das ist ein Einwand gegen mich als Person dagegen kann ich nichts

tun das sind Sie bereit zu tragen gern sozusagen nicht was soll man denn da machen nicht da kann man nichts machen ich kann den Leuten doch nicht sagen ich habe ihr missversteht mich und

in Wahrheit geht in meinem Herzen dies und jenes vor es ist doch lächerlich ich möchte in diesem Zusammenhang frarend noch einmal auf ein Selbstzeugnis von ihnen kommen darin heißt es ich habe

habe nie in meinem Leben irgendein Volk oder Kollektiv geliebt weder das deutsche noch das französische noch das amerikanische noch etwa die Arbeiterklasse oder was es sonst so noch gibt ich liebe in der Tat nur meine

Freunde und bin zu aller anderen Liebe völlig unfähig vor allem aber wäre mir diese Liebe zu den Juden da ich selbst jüdisch bin suspekt ja darf ich dazu

etwas fragen so begründet und respektabel und souverän dieser Haltung sein mag bedarf nicht der Mensch als politisch handelndes

der Bindung an eine Gruppe einer Bindung die dann bis zu einem gewissen Grade auch Liebe genannt werden kann befürchten Sie nicht dass ihre Haltung politisch steril sein könnte nein ich

würde sagen die andere ist politisch steril darüber wden würden wir ein langes kolloquum haben sehen

sie zu einer Gruppe zu gehören ist erst einmal eine natürliche Gegebenheit sie gehören zu irgendeiner Gruppe durch gebucht

immer jetzt zu einer Gruppe zu gehören wie sie es im zweiten Sinne meinen nämlich sich zu organisieren das etwas ganz anderes diese Organisation erfolgt

immer unter Weltbezug ja das heißt das was diejenigen miteinander gemeinsam haben

die sich jetzt Organ organisieren ist was man gewöhnlich Interesse nennt also das was Inter ist das was dazwischen

liegt der der eigentlich weltliche Bezug der direkte personale Bezug in dem man von Liebe sprechen kann der existiert

natürlich in der wirklichen Liebe in der größten Weise und zweitens existiert er zu einem gewissen Sinne auch in der Freundschaft da geht es wirklich dir da

wird die Person direkt unabhängig von dem Weltbezug angesprochen so können sagen wir Leute verschiedenster

Organisation immer noch persönlich befreundet sein wenn man diese Dinge miteinander verwechselt wenn man also die Liebe an den Verhandlungstisch

bringt um mich mal ganz böse ausrücken so halte ich das für ein sehr großes verhängtnis sie halten es für apolitisch ich halte es für apolitisch ich halte es für

weltlos und ich halte es wirklich für einen ganz großen ein ein groß ist Unheil und ich gebe zu dass das jüdische Volk ist überhaupt das

Musterbeispiel eines durch die jahtausende sich erhaltenden weltlosen volksverband Welt im Sinne ihrer Terminologie als Raum für Politik als

Raum für Politik und auch als öffentlichen Raum apolitisches Volk das würde ich nicht ganz sagen denn die Gemeinden waren natürlich mit politisch

die Religion ist eine nationalreligion man kann es nichtolitisch aber doch eben politisch mit sehr großen Einschränkungen sehen

Sie diesen weltverlust den das jüdische Volk erlitten hat in der Zerstreuung der dann wie bei allen Paria Völkern eine

ganz eigentümliche Wärme zwischen denen die dazu gehörten erzeugt hat eine Wärme die ich sehr gut kenne

dieses hat sich geändert in dem Moment wo Israel gegründet wurde eigentlich schon als das jüdische nationalheim in Palästina Einstand ist damit etwas

verloren gegangen dessen Verlust sie beklagen ja man zahlt teuer für die Freiheit wissen Sie ich habe mal gesagt die menschlich die spezifisch jüdische

Menschlichkeit nicht die ja doch was sehr schönes war sie sind zu jung sie werden das gar nicht mehr gekannt haben es war was sehr schönes dieses außerhalb aller

gesellschaftlichen Bindungen stehen diese völlige vorurteilslosigkeit die ich also sehr stark gerade bei meiner Mutter erlebt habe die das noch einmal gegenüber der

jüdischen Gesellschaft noch einmal praktizierte nicht W all das hat natürlich außerordentlich großen Schaden man zahlt

für die Befreiung ich habe mal in der len Rede gesagt 1959 dass kein diese Menschlichkeit überlebt den

Takt der befreiheit nicht um 5 Minuten sehen Sie das auch bei uns passiert natürlich sie möchten es nicht zurückdrehen nein ich weiß man muss

einen Preis für die Freiheit zahlen aber ich kann nicht sagen dass ich ihn gern zahle Frau Arend Karl Jaspers ihr

ehemaliger Lehrer gilt als ihnen und sie ihm im besonderem Maße verbunden als eine Art Dialogpartner in jenem von Ihnen vorhin schon einmal

erwähnten immer währenden Dialog unter Freunden worin sehen Sie den stärksten Einfluss den Jaspers auf sie ausgeübt

hat sehen Sie wo jasp es hinkommt und spricht ich hoffe er hört dieser

Sendung da wird es hell er hat eine rückhaltlosigkeit ein Vertrauen eine Unbedingtheit des Sprechens dass ich bei

keinem anderen Menschen kenne dieses hat mich schon beeindruckt als ich ganz jung war er hat außerdem

einen Begriff von Freiheit gekoppelt mit Vernunft der mir als ich nach Heidelberg kam ganz fremd war ich wusste davon

nichts obwohl ich kN gelesen hab hat ich habe diese Vernunft sozusagen in praxi gesehen und wenn ich so sagen darf

ich bin vaterlos aufgewachsen nicht ich habe mich davon erziehen lassen oder wenn Sie so wollen sofern es ihm gelungen ist ich will ihn um Gottes Willen nicht für mich verantwortlich len

also weil es irgendeinem Menschen gelungen ist mich zur Vernunft zu bringen zu erziehen ja in dem Sinne von zur Vernunft zu bringen dann ist es Klas

und diesen Dialog der ist natürlich heute ganz anders das ist eigentlich mein stärkstes nachkriegserlebnis gewesen dass es ein

solches Gespräch gibt dass man so sprechen kann erlauben Sie mir eine letzte Frage in einer Festrede auf Jaspers haben sie gesagt gewonnen wird

die Humanität nie in der Einsamkeit und nie dadurch dass einer sein Werk der Öffentlichkeit übergibt nur wer sein Leben und seine Person mit in das Wagnis der Öffentlichkeit nimmt kann sie

erreichen dieses Wagnis der Öffentlichkeit ein Zitat von Jaspers wiederum nun worin besteht es für Hanna Arend nun das Wagnis der Öffentlichkeit

scheint mir klar zu sein man exponiert sich dem Lichte der Öffentlichkeit und zwar als Person wenn ich auch der

Meinung bin dass äh man nicht auf sich selbst reflektiert in der Öffentlichkeit

erscheinen und handeln darf so weiß ich doch dass in jedem handeln die Person in einer Weise zum Ausdruck kommt wie in

keiner anderen im Handel und sprechen das Sprechen ist eine Form des Handels wie in keiner anderen Tätigkeit also das

ist das eine das zweite Wagnis ist wir fangen etwas an wir schlagen unseren Faden in ein Netz der Beziehung

was daraus wird wissen wir nie wir sind alle darauf angewiesen zu sagen herr vergib ihnen was sie tun sie wissen nicht was sie tun das gilt für alles

Handeln einfach ganz konkret weil man es nicht wissen kann das ist ein Wagnis und nun würde ich sagen abschließend dass

dies Wagnis nur möglich ist im Vertrauen auf die Menschen das heißt

dar auf in irgendeinem eine schwer genau zufassenden grundsätzlichen Vertrauen in das menschliche aller Menschen anders

könnte man nicht

[Musik]

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