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Vom Hörsaal in die Arbeitslosigkeit - deshalb ist die Jobsuche oft so schwierig | ZDF Länderspiegel

By ZDFheute Nachrichten

Summary

## Key takeaways - **Fehlende Erfahrung blockiert Einstieg**: Bewerber ohne Arbeitserfahrung werden oft abgelehnt, da Unternehmen Kandidaten mit mehr Erfahrung bevorzugen. Es dauert Monate oder ein halbes Jahr, bis man einen Job findet. [00:23], [00:31] - **KI ersetzt Einstiegsjobs**: Künstliche Intelligenz macht Jobs überflüssig, für die eine Person 5 bis 10 Stunden braucht, was KI in Sekunden schafft. Firmen stellen junge Leute nicht ein, da sie diese durch KI ersetzen können. [02:38], [01:24] - **200 Bewerbungen für 2 Gespräche**: In Informatik schicken Absolventen jetzt 200 bis 250 Bewerbungen raus, um nur zwei oder dreimal eingeladen zu werden, im Gegensatz zu früher mit 10 Bewerbungen für drei bis vier Gespräche. [02:09], [02:19] - **Offene Stellen im Handwerk**: In Handwerk, Pflege und MINT-Berufen fehlen rund eine halbe Million Fachkräfte, doch kaum Bewerber, da viele Homeoffice wollen, was dort unmöglich ist. Wasserbau-Stellen bleiben oft unbesetzt. [06:52], [06:24] - **Branchenwechsel notwendig**: Automobilbranche streicht Tausende Stellen bei Firmen wie Bosch, VW und Siemens, während Rüstungsindustrie und Mittelstand großen Nachwuchsbedarf haben. Absolventen müssen flexibel zu Startups und neuen Bereichen wechseln. [04:32], [05:04] - **KI-Kenntnisse in Bewerbung hervorheben**: Firmenchefs raten, sich mit KI und digitalen Tools auseinanderzusetzen und dies in Bewerbungen darzustellen, wie Eigeninitiative durch Online-Kurse. Das treibt Innovationen voran. [02:53], [03:06]

Topics Covered

  • KI ersetzt Einstiegsjobs
  • KI-Tools in Bewerbungen einsetzen
  • Branchenwechsel notwendig
  • Handwerksjobs bleiben offen
  • Selbstanalyse vor Bewerbung

Full Transcript

Der sogenannte Absolventenkongress in Köln, eine Jobmesse. Junge Menschen,

ambitioniert mit besten Noten dränge sich vor den Ständen der Unternehmen.

Sie wollen Jobs endlich den Sprung in den Arbeitsmarkt schaffen, doch viele hängen in der Luft.

Es ist nicht so einfach aktuell, also sehr viele suchen, aber gerade ohne Arbeitserfahrung einfach ist es aktuell sehr schwer. Also das war jetzt schon

sehr schwer. Also das war jetzt schon zwei, dreimal bei mir eben der Knackpunkt, wo sie gesagt haben, ja, wir haben jemanden gefunden, der hat eben mehr Arbeitserfahrung.

Von anderen habe ich gehört, dass man schon eine Zeit lang braucht, dass man schon so ein paar Monate oder ein halbes Jahr suchen muss, bis man was findet.

Ich gucke vor allem nach Einstiegsjobs, entweder Trainy stellen oder andere Dinge im Bereich Marketing oder Kommunikation eben, weil ich gerade mein Master abgeschlossen habe und natürlich jetzt gerne durchstarten würde.

Hanna Zupfer hat Medienmanagement studiert. Seit Herbst schreibt sie nun

studiert. Seit Herbst schreibt sie nun Bewerbungen ohne Erfolg. Vielleicht tut

sich ja hier etwas auf im Karrieregespräch am Stand eines großen Konzerns, der ja immer Bedarf haben müsste an guten, engagierten Marketing Leuten. Doch leider kein

Leuten. Doch leider kein Hoffnungsschimmer.

beobachten.

Tatsächlich habe ich damit gerechnet, weil im Vorfeld schon klar war, dass der Arbeitsmarkt im Moment halt äh doch gerade bei Einstiegstellen bisschen die Brüche geht. Ich habe auch im Zuge

Brüche geht. Ich habe auch im Zuge meiner Abschlussarbeit Fachkräfte interviewt, auch in Leitungsposition verschiedenen Unternehmen in dem Bereich und die haben ja auch schon gesagt, dass gerade auch aufgrund von KI und eben der Wirtschaft

gerade eher junge Leute nicht eingestellt werden, weil die Chefs der Meinung sind, man könnte jetzt versuchen, diese auch zu ersetzen.

Nicht unterkriegen lassen, den Glauben auch an sich selbst nicht verlieren, sagt Hanna Zupfer. nicht immer einfach die Situation zu ertragen.

Ich habe mich auch schon damit befasst, ob ich einfach in irgendeinem anderen Bereich erstmal einen Job annehme, sei es zum Einzelhandel oder sonst was, um eben zu überbrücken oder eben auch eine Praktikumstelle erstmal, um noch mal

weitere Erfahrung zu sammeln.

Eine ganze Generation auf der Wartebank.

Auch Rachita Maruti Gundi sucht und poliert ihre Bewerbungsunterlagen auf.

Sie hat Informatik studiert, bis vor kurzem noch eine sichere Bank, doch mittlerweile nicht mehr.

Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Wir haben mal sehr schnell

verändert. Wir haben mal sehr schnell Jobs gefunden, vielleicht zehn Bewerbungen rausgeschickt und dann drei, vier Vorstellungsgespräche gehabt, aber jetzt schicken wir 200, 250 Bewerbungen

raus, um vielleicht zwei oder dreimal eingeladen zu werden.

Auch in ihrem Bereich, Informatik, Programmieren, schlägt künstliche Intelligenz alles Karl.

K hat so viele Jobs, so viele Stellen auf dem Gewissen. Wofür eine Person 5 oder 10 Stunden benötigt, braucht die KI Sekunden.

Wie umgehen mit dieser Revolution? Sich

unbedingt auseinandersetzen mit KI, mit digitalen Tools. Raten Firmenchefs und

digitalen Tools. Raten Firmenchefs und Personalentwickler den Absolventinnen und Absolventen, um sich fit zu machen für die Arbeitswelt.

Ja, das kann durchaus helfen. Ja, also

schon mal im Studium z.B. zu nutzen,

wenn man Projektarbeiten hat, Projektmanagement Tools, ja, online, die auch teilweise KI basiert sind, schon mal auch anzubringen. Das kann man ja auch in seiner Bewerbung sehr gut

darstellen, denn was wir ja wollen sind Innovationen voranzutreiben.

Man muss auch so ein gewissen Eigenantrieb haben und ich kann das aus der eigenen Familie sagen, mein Sohn äh äh beginnt vor dem Studium äh äh aus

Eigeninitiative eine Ausbildung an einer ausländischen Bildungseinheit. in

ausländischen Bildungseinheit. in Englisch halt ähm um KI zu lernen und bereitet sich auf den Studiengang in Deutschland vor, ne? Und das sind so

Themen nachzuweisen, sich auch selber eigenständig äh fortgebildet zu haben.

Ich glaube, dass das auch ein entscheidender Punkt ist.

Die RWT Achen, eine der führenden technischen Hochschulen in Europa. Wer

hier studiert, wird mit Kussand genommen. Das galt lange Zeit, doch

genommen. Das galt lange Zeit, doch mittlerweile nicht mehr. Ich bin jetzt seit dem 1. Oktober mehr oder weniger

konsequent am bewerben und äh wenn man mal eine Rückmeldung bekommt von einer von den wenigen Stellen, die zur Verfügung sind, dann ist sie oft oft halt einfach nicht mal eine Einladung zum ersten Gespräch. Es gab auch schon

erste Gespräche und dann geht's in die zweite Runde und das ist also alles sehr eng auf dem Jobmarkt aktuell würde ich sagen. Echt wichtiger

sagen. Echt wichtiger Anja Robert von der unieigenen Karriereberatungsstelle hat viele verunsicherte junge Leute vor sich sitzen. Seit Firmen wie Bosch, Wacker,

sitzen. Seit Firmen wie Bosch, Wacker, Siemens oder VW tausende Stellen streichen.

Bestes Beispiel Automobilbranche, wahnsinnige Transformationsprozesse, ne? Die Leute, die bei uns vor ne

ne? Die Leute, die bei uns vor ne Maschinenbau in Aen dauert 5 Jahre, die da angefangen haben, sich auf den Automotivbereich vorzubereiten, die müssen sich jetzt verändern, ne? Dafür

sind andere Branchen gerade stark.

Rüstungsindustrie kennen wir sicherlich gerade alle aus den Medien, weil da einfach ein großer Nachroollbedarf ist.

Ähm, also insofern Fenster haben sich geschlossen, definitiv in manchen Branchen. Fenster tun sich auf in

Branchen. Fenster tun sich auf in anderen Branchen, ne? Da muss man flexibler sein.

Und nicht nur auf die großen Arbeitgeber fokussieren rätdt sie den Absolventen, sondern auch bei Mittelstand oder bei Startups anklopfen. Abseits der Konzerne

Startups anklopfen. Abseits der Konzerne entsteht viel Neues. Wenn wir uns Technologien im Batteriebereich angucken, Vernetzung von Mobilität angucken, Mobilität, neu denken, alles

das sind total spannende Themen in der Peripherie der Automotive Branche, häufig aber eben leider etwas schwerer zu finden, weil die nicht diese großen Namen haben, ne? Also insofern finde ich

das aber trotzdem wichtig, sich da auf dem Weg zu machen. Die Zukunft ist schon noch spannend, die ist nicht so düster, wie man vielleicht manchmal denkt, sondern da tun sich auch viele neue Türen auf.

Tatsächlich suchen manche Branchen händeringend nach Mitarbeitern.

Markus Neumann von der Wasserstraßen und Schiffahrtsverwaltung des Bundes ist jedenfalls froh über jeden potenziellen Bewerber. äh freinstellen.

Bewerber. äh freinstellen.

Also, ich bin jetzt dieses Jahr schon auf der vierten Messe, wo wo wir halt äh Werbung machen. Wir haben tatsächlich

Werbung machen. Wir haben tatsächlich laufend Ausbildungsplätze, die wir nachbesetzen wollen. Wir haben auch ähm

nachbesetzen wollen. Wir haben auch ähm äh Stellen, die wir mit fertigen Wasserbauern schon besetzen wollen und haben leider das Problem, dass wir kaum Bewerber haben oder kaum geeignete und

Stellen oft auch nicht besetzen können.

Eine Schieflage beobachtet er. Auf der

einen Seite viele junge Menschen auf Jobsuche, auf der anderen offene Stellen, die kaum einer möchte.

Das Problem ist glaube ich einfach ein, ich will nicht sagen ein gesellschaftliches, aber es will ja kaum einer noch im Handwerk arbeiten. Das

würde die Problematik bei den Ausbildungsplätzen erklären. Man möchte

Ausbildungsplätzen erklären. Man möchte gerne im Homeoffice arbeiten. Ähm kann

ich z.B. überhaupt gar nicht anbieten.

Wir arbeiten draußen vor Ort an der Wasserstraße, da ist Homeoffice einfach überhaupt gar nicht möglich.

Rund eine halbe Million Fachkräfte fehlen in Deutschland, vor allem im Handwerk, in der Pflege, in Mintberufen.

Rund 100 Arbeitgeber präsentieren sich beim Karrieretag in Köln und versuchen interessierte Menschen von sich zu überzeugen.

Besucherseitig ist es so, dass wirklich im Grunde vom 14-jährigen Schüler, der so langsam anfängt seinen Ausbildungsplatz zu suchen bis zur 60-jährigen Führungskraft im Grunde

jeder hier seinen Job finden kann, ne?

Wir haben Position für hochqualifizierte ITer oder Ingenieure. Ähm wir haben ein Omnibusunternehmen, das sucht Busfahrer.

Äh ich habe vorhin Unternehmen gesucht gesehen, die suchen Fördner. Also es ist wirklich von bis alles dabei.

Doch wie einen Job finden, der zu einem passt, auch wenn die Aussichten schwierig sind. Annika Kuchter berätt

schwierig sind. Annika Kuchter berätt junge Menschen etwa bei der Frage, wie schreibe ich einen Lebenslauf? Aus

welcher Perspektive und was gehört da alles rein?

Soft Skills sind wahnsinnig wichtig. ähm

als auch beispielsweise wie tickt die Person, also so was hat die für Hobbies, was macht die in ihrem Privatleben, weil das gibt mir immer so ein Gefühl davon, mit wem arbeite ich denn, wenn ich den

jetzt morgen einstelle und im Lebenslauf lässt sich das halt gut ausdrücken dadurch, was habe ich vielleicht schon erreicht, statt einfach nur was habe ich gemacht, also einfach mit einer dezent anderen Fragestellung an das Schreiben

des Lebens auch ranzugehen. Gerade bei

jungen Leuten, die frisch von der Uni kommen, erlebt sie immer wieder, dass die sich schwer tun mit Bewerbungen, weil sie glauben, noch nichts erreicht zu haben.

Man muss sich aber vorher einmal die Mühe geben zu analysieren, was genau habe ich denn auch aus meinem Studium mitgenommen, was habe ich über mich selber gelernt und da aus meiner Sicht hapert's am meisten, weil viele gar

nicht daran denken, sich erstmal selber zu analysieren, bevor sie wirklich sich dann präsentieren. Künstliche

dann präsentieren. Künstliche Intelligenz, die schwierige konjunkturelle Lage. Der Sprung ins

konjunkturelle Lage. Der Sprung ins Arbeitsleben ist für Unibsolventen zurzeit so schwierig, wie schon lange nicht mehr. Dennoch sagen Experten,

nicht mehr. Dennoch sagen Experten, dicht sei der Arbeitsmarkt nicht, sondern in Bewegung.

Leben war immer Veränderung, ne? Wir tun

so, als hätte es die letzten 100 Jahre keine Veränderung gegeben. Das ist ja Quatsch, ne? Industrien haben sich immer

Quatsch, ne? Industrien haben sich immer verändert. Daraus ist aber auch gutes

verändert. Daraus ist aber auch gutes Neues geworden. Wir haben in Deutschland

Neues geworden. Wir haben in Deutschland nach wie vor ein wahnsinnig agilen, innovativen Mittelstand, der auch in den Weltmärkten sich gut positioniert hat, der nach wie vor ein

großen großen Fachkräftebedarf hat. So,

also insofern für uns als Career Center ist der Arbeitsmarkt gerade wirklich im wahrsten Sinn des Wortes dynamisch.

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